Zwischen Czernowitz und Berlin: Deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos (1847-1904)

von: Anna-Dorothea Ludewig

Georg Olms Verlag AG, 2008

ISBN: 9783487400082 , 346 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 19,99 EUR

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Zwischen Czernowitz und Berlin: Deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos (1847-1904)


 

"Die Verfasserin des vorliegenden Buches […] hat sich in die erstaunlich reiche Franzos-Philologie eingearbeitet, unedierte Quellen (v. a. Briefwechsel) studiert, gleichfalls die einschlägige Literatur zur jüdischen Geschichte im Kontext von Politik und Kultur des 19. Jh. Keine Hagiographie entstand so, sondern eine Studie von überraschend sicherem und differenziertem Urteil." (Hans Wolf Jäger, Germanistik, Bd. 50, 2009, Heft 1-2)

Karl Emil Franzos wurde 1847 als Sohn jüdischer, deutsch akkulturierter Eltern im galizischen Czortkow geboren, besuchte in Czernowitz/Bukowina das Gymnasium und absolvierte ein juristisches Studium in Wien und Graz. Sein Leben als freier Schriftsteller und Journalist führte ihn auf zahlreiche Reisen, insbesondere nach Osteuropa, er behielt aber stets seinen Wohnsitz in Wien; erst 1887 ließ er sich in Berlin nieder, wo er bis zu seinem Tod 1904 lebte.
Bereits diese Eckdaten, die zunächst nur die chronologisch-geographische Lebensstruktur darlegen, deuten die Zerrissenheit seines Lebens an, das geprägt war von dem Kampf um eine Akzeptanz insbesondere durch das deutsche Bürgertum; denn Franzos hat sich zeitlebens in einem Spannungsfeld zwischen der Selbstwahrnehmung als Deutscher und der Außenwahrnehmung als Jude bewegt. Sein „Sonderweg“, dieses Spannungsfeld aufzubrechen und als „Gleicher unter Gleichen“ anerkannt zu werden, führte über die Literatur und damit über seine persönlichen Beiträge zur deutschen Kultur.
Anliegen des vorliegenden Buches ist es, durch die Schilderung dieses individuellen Lebensweges ein Stück europäisch-jüdischer Geschichte wieder sichtbar zu machen.

Karl Emil Franzos, the son of assimilated German-Jewish parents, was born in the Galician town of Chortkiv, went to school in Chernivitsi (Bukovina region) and studied law in Vienna and Graz. Although his life as a freelance writer and journalist took him on many journeys, particularly to Eastern Europe, he maintained a permanent home in Vienna until 1887; in that year he moved to Berlin, where he lived until his death in 1904.
This outline, which initially appears to offer only a brief chronological and geographical sketch, also illustrates the inner conflicts of a life shaped by the struggle for acceptance, especially among the German middle classes; for Franzos spent his life caught between the contradictions of his self-perception as a German and others’ perception of him as a Jew. His own Sonderweg in attempting to break through this tension and be recognised as ‘an equal among equals’ went beyond literature and thus also beyond his personal contribution to German culture.
The aim of this study is to use the portrayal of an individual life to shed new light on an area of German-Jewish history.