Orthographie und Innovation. Die Segmentierung des Wortes im 16. Jahrhundert

von: Anja Voeste

Georg Olms Verlag AG, 2012

ISBN: 9783487400105 , 250 Seiten

Format: PDF, OL

Kopierschutz: Wasserzeichen

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Preis: 19,99 EUR

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Orthographie und Innovation. Die Segmentierung des Wortes im 16. Jahrhundert


 

"Der ideenreiche und in gleicher Weise theorie- und materialbezogene Untersuchungsgang [bietet] eine neue Fülle von Beobachtungen und Perspektiven, die weiteren Untersuchungen auf diesem Gebiet wichtige Impulse geben können. Nicht zuletzt aber ist der Arbeit ein fruchtbarer Brückenschalg von der synchronen Schriftlinguistik zur historischen Orthographieforschung gelungen, der hoffentlich die beiden Disziplinen dauerhaft verbinden wird." ( Arnd Mihm, Zeitschrift für Dialektologie und Lingusitik, 2/2010)

"Last but not least, all this is achieved in a well-organized and entertaining book. My only major concern is that it will not capture the attention it deserves because it is written in German. I hope that this review […] will partially make up for this." (Beatrice Primus, Written Language & Literaracy 11:2 /2008)

Für die Entwicklung der deutschen Orthographie war das 16. Jahrhundert ein Zeitraum von entscheidender Bedeutung: Damals bildeten sich die bis heute leitenden Schreibprinzipien heraus. Die im Spätmittelalter noch vorherrschende phonographische Verschriftlichung wurde von der Kodierung suprasegmentaler Einheiten – Morphemen und Silben – abgelöst. Bedingung der Möglichkeit des Experimentierens mit den Wortkörpern war eine aus dem Alternanzgebot erwachsende Lizenz, ja Nötigung zur Innovation. Das ästhetisch motivierte Basteln an den Wortschreibungen, nicht Unsicherheiten oder Zufälle waren für das hohe Maß an graphischer Varianz verantwortlich. Doch schon während dieses „Jahrhunderts der Innovation“ dämmten von der Rationalisierung im Druckhandwerk ausgehende technische Zwänge die ästhetisch motivierte Variantenvielfalt wieder ein. Es überlebten lediglich jene neuen Schreibungen, die als Ausweis druckhandwerklicher Professionalität interpretiert wurden und die zudem das Leserinteresse an leichterer Dekodierbarkeit bedienten.
Die Autorin verfolgt die Entwicklung und Durchsetzung dieser Neuerungen in einer Zusammenführung von sprachhistorischer Empirie und schriftlinguistischer Theorie.

For the development of German orthography the 16th century was a period of decisive importance: during that time the principles which remain central to writing today were laid down. The phonographic textualisation which still held sway in the late middle ages was replaced by the codification of suprasegmental units – morphemes and syllables. A condition for the possibility of experimentation with words was the licence which grew out of the potential for change, indeed a necessity for innovation. Aesthetically motivated tinkering with words, rather than uncertainty or chance, was responsible for the high level of graphic variation. But in this very “age of innovation” the rationalisation brought about by the technical constraints of printing stemmed the flow of aesthetically motivated variation. Only those new forms of writing survived which could be interpreted as proof of professional printing technique and also served the reader’s interest by being easily decoded.
The author traces the development and accomplishment of this innovation, bringing together the empirical approach of language history and the theoretical approach of linguistics.